Lösungen zum Kapitel „Materialkosten“

Lösung zur Aufgabe 3.3.1

  1. Bei der Skontrationsmethode erhält man den mengenmäßigen Verbrauch, indem man sämtliche Abgänge addiert.
    Mengenmäßiger Verbrauch: (800 +870 + 430 + 800) = 2.900 kg
    Um den wertmäßigen Verbrauch zu ermitteln, muss der mengenmäßige Verbrauch mit dem Verrechnungspreis multipliziert werden:
    2.900 * 17 = 49.300 €
  2. Bei der Inventurmethode wird der mengenmäßige Verbrauch aus Anfangsbestand + Zugänge – Endbestand ermittelt:
    (400 +760 +600 +480 +720 +150 – 190) = 2.920 kg
    Der mengenmäßige Verbrauch wird mit dem Verrechnungspreis multipliziert:
    2.920 * 17 = 49.640 €
  3. Bei der retrograden Methode wird der mengenmäßige Verbrauch ermittelt, indem der Sollverbrauch mit den hergestellten Mengen der Produkte A und B multipliziert wird:
    (11.500 * 0,2 + 11.200 * 0,05) = 2.300 + 560 = 2.860 kg
    2.860 * 17 = 48.620 €
  4. Buchbestand:
    Zunächst ist der Buchbestand zu ermitteln: Anfangsbestand + Zugänge – Abgänge = Buchbestand.
    400 + 760 – 800 + 600 – 870 +480 – 430 + 720 + 150 – 800 = 210
    Die Differenz zwischen Buchbestand und Inventurbestand lt. Aufgabenstellung ergibt dann die Inventurdifferenz (Schwund, Diebstahl usw.)
    210 – 190 = 20
    Die Inventurdifferenz beträgt 20 kg, wertmäßig bedeutet dies eine Differenz von 20 * 17 = 340 €

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Lösung zur Aufgabe 3.3.2

  1. Durchschnittskostenverfahren

    Durchschnittspreis: 33.200/1000 = 33,20 €
    Verbrauch: 1000 - 200 = 800
    Verbrauchswert: 800 * 33,20 = 26.560 €

  2. Fifo

    Verbrauchswert: 27.000 €

  3. Lifo

    Verbrauchswert: 27.200 €

  4. Hifo

    Verbrauchswert: 27.200 €

  5. Lofo

    Verbrauchswert: 25.700 €

  6. Verrechnungspreisverfahren

    Verbrauchswert: 800 * 35 = 28.000 €

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Lösungen zum Kapitel „Abschreibungen"

Lösung zur Aufgabe 3.4.1

Abschreibungssätze bei arithmetisch degressiver Abschreibung:
1 + 2 + 3 + 4 + 5 = 15
5/15 4/15 3/15 2/15 1/15

Progressive oder umgekehrte arithmetisch degressive Abschreibung:
1/15 2/15 3/15 4/15 5/15

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Lösungen zum Kapitel „Aufwand und Kosten, Ertrag und Leistung"

Lösung zur Aufgabe 3.5.1

Erläuterungen:

  1. Durch die Überweisung des Geschäftsführergehaltes verringert sich der Kassenbestand, das Giralgeld nimmt ab. Es handelt sich also um eine Auszahlung. Da das Giralgeld Bestandteil des Geldvermögens ist, verringert sich ebenfalls das Geldvermögen, es handelt sich also auch um eine Ausgabe. Gehaltszahlungen verringern den Gewinn eines Unternehmens, stellen also Aufwand dar. Bei dem Gehalt des Geschäftsführers handelt es sich um Zweckaufwand, der kostengleich ist. Das Gehalt stellt also ebenfalls Kosten dar.
  2. Bei Lieferung wird das Leder auf dem Bestandskonto „Rohstoffe“ aktiviert, die Gegenbuchung erfolgt auf einem Verbindlichkeitskonto. Die Verbindlichkeiten nehmen also um 15.000 € zu, damit verringert sich das Geldvermögen um 15.000 €. Es liegt eine Ausgabe vor. Im Moment der Zahlung verringert sich der Kassenbestand um 9.000 €, da das Giralgeld um diesen Betrag abnimmt. Also findet eine Auszahlung in Höhe von 9.000 € statt. Das Geldvermögen des Unternehmens verändert sich durch die Auszahlung nicht, da sich die Verbindlichkeiten um den gleichen Betrag reduzieren.
  3. Im Dezember des Vorjahres führte dieser Geschäftsvorfall zu einer Ausgabe, da sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens um 9.000 € erhöhten, womit das Geldvermögen um den gleichen Betrag abnahm. Im Februar verringert sich dann bei Zahlung lediglich der Kassenbestand, also liegt eine Auszahlung vor. Das Geldvermögen bleibt im Februar unverändert, da sich die Verbindlichkeiten um den gleichen Betrag wie der Kassenbestand reduzieren.
  4. Der Rohstoffverbrauch ist in der Finanzbuchhaltung mit Anschaffungskosten, also mit 30,00 € zu bewerten. Der Aufwand beträgt also 30 * 600 = 18.000 €. Kostenrechnerisch wird ein Verrechnungspreis von 35 € angesetzt, also beträgt der in der Kalkulation zu berücksichtigende Betrag 35 *  600 = 21.000 €. Die Auszahlung und Ausgabe lagen im November des Vorjahres.
  5. Da im Februar tatsächlich keine Risiken eingetreten sind, darf kein Aufwand erfasst werden. Kostenrechnerisch ist jedoch der monatliche Durchschnittswert von 8.000 € zu berücksichtigen. Es handelt sich also um reine Zusatzkosten.
  6. Im Moment der Anschaffung der Maschine erhöhen sich die Verbindlichkeiten um 300.000 €, der Geschäftsvorfall verringert das Geldvermögen um den gleichen Betrag, es liegt eine Ausgabe vor. Bei Zahlung der 80.000 € verringert sich der Kassenbestand, es liegt eine Auszahlung vor. Da im Moment der Zahlung sowohl Kassenbestand wie Verbindlichkeiten um den gleichen Betrag abnehmen, ändert sich das Geldvermögen durch diesen Geschäftsvorfall nicht. Die bilanzielle AfA in Höhe von 3.125 € stellt Aufwand dar. Kostenrechnerisch ist die Abschreibung von den Wiederbeschaffungskosten vorzunehmen und auf 12 Jahre zu verteilen. Es sind also jährlich 30.000 € und monatlich 2.500 € kalkulatorische Abschreibungen anzusetzen.

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Lösungen zum Kapitel „Die kalkulatorischen Kostenarten"

Lösung zur Aufgabe 3.6.1

  1. Die kalkulatorische Abschreibung beläuft sich jährlich auf 10.000 €. Wenn vom Produkt X 10.000 Stück pro Jahr hergestellt werden, erhöhen sich die Selbstkosten pro Stück unter Berücksichtigung der kalkulatorischen Abschreibung von 10 € auf 11 €.
  2. Am Ende des ersten Wirtschaftsjahres sind 90.000€ und am Ende des zweiten Wirtschaftsjahres noch 80.000 € in der Maschine gebunden, da jährlich ein Mittelrückfluss in Höhe der kalkulatorischen Abschreibungen erfolgt.
  3. Berechnung der jährlichen kalkulatorischen Zinsen nach der Durchschnittswertmethode:

    Die kalkulatorischen Zinsen betragen jährlich 5.000 €, diese verteilen sich auf jährlich 10.000 Produkteinheiten, also erhöhen sich unter Berücksichtigung der kalkulatorischen Zinsen die Selbstkosten um 0,50 € auf 11,50 €.

    Berechnung der jährlichen kalkulatorischen Zinsen nach der Restwertmethode:

    Vergleich der Selbstkosten nach beiden Methoden:

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Lösung zur Aufgabe 3.6.2

Sachverhalt A:

Die bilanziellen AfA dürfen nur von den Anschaffungskosten vorgenommen werden:
200.000 / 6 = 33.333,33 € pro Jahr

Bei den kalkulatorischen Abschreibungen sind zunächst mit Hilfe der Preisindizes die Wiederbeschaffungskosten im Jahr der Abschreibung zu ermitteln:

Die Wiederbeschaffungskosten werden nun auf die 10-jährige, tatsächliche Nutzungsdauer verteilt:

Die Höhe der jährlichen kalkulatorischen Abschreibungen beläuft sich also auf 21.565.22 €.

Sachverhalt B:

Bei der Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen dürfen die spekulativ gehaltenen Grundstücke nicht berücksichtigt werden, da sie nicht betriebsnotwendig sind. Das abnutzbare AV fließt zu halben AK in die Berechnung ein. Die Rücklagen zählen nicht zum Abzugskapital, da sie Eigenkapital darstellen. Zum Abzugskapital zählen nur die zinslos zur Verfügung stehenden Fremdkapitalteile, hier die Kundenanzahlungen und die Rückstellungen.

tatsächliche gezahlte FK-Zinsen:

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Lösung zur Aufgabe 3.6.3

Anlagevermögen (Wiederbeschaffungskosten):

Umlaufvermögen (Durchschnittswerte):

Summe Aktiva: 5.800.000 €

Abzugskapital:

Zu verzinsendes betriebsnotwendiges Kapital: 4.350.000 €
10 % Zinsen: 435.000 €

Erläuterungen zu den einzelnen Positionen:

Die Position „Grundstück mit Gebäude“ muss in nicht abnutzbares und abnutzbares AV getrennt werden. Der Grundstücksanteil beträgt 300.000 €, wovon jedoch nur 75 %, also 225.000 € betriebsnotwendig sind. Dieser betriebsnotwendige Teil des Grundvermögens geht mit vollen Anschaffungskosten in die Berechnung ein.

Der Gebäudeanteil beträgt insgesamt 2.400.000 €, wovon jedoch nur 75 %, also 1.800.000 € betrieblich genutzt werden. Dieser abnutzbare Teil des AV geht mit halben Wiederbeschaffungskosten, also 900.000 €, in die Berechnung ein.

Das aus spekulativen Gründen gehaltene unbebaute Grundstück ist nicht betriebsnotwendig.

Maschinen, BuG und GWG sind abnutzbares AV und gehen deshalb ebenfalls mit halben Anschaffungskosten in die Berechnung ein.

Finanzanlagen sind in der Regel nicht betriebsnotwendig. In Ausnahmefällen könnte dies anders sein:
Eine Schokoladenfabrik beteiligt sich an der Firma eines Zuckerherstellers, um sich die Beschaffung von Zucker zu sichern. Dies müsste in der Aufgabenstellung dann aber ausdrücklich erwähnt sein.

„Sonstige Wertpapiere“: Hierbei handelt es sich beispielsweise um Aktien oder Festverzinsliche, diese sind nicht betriebsnotwendig.

„Rücklagen“ sind Eigenkapital und zählen somit nicht zum Abzugskapital.

„Rückstellungen“ sind Fremdkapital, welches zinslos zur Verfügung steht. Rückstellungen zählen somit zum Abzugskapital.

„Langfristige Hypothekenverbindlichkeiten“: Hierfür werden Zinsen gezahlt, also kein Abzugskapital.

Anzahlungen von Kunden zählen zum Abzugskapital. Kundenanzahlungen sind vor allem in der Bau- und Investitionsgüterindustrie üblich. Der Empfänger der Anzahlung schuldet eine Leistung. Er erhält Fremdkapital, für welches jedoch keine Zinsen zu zahlen sind.

Bei den „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ ist der mögliche Skontobetrag schon herausgerechnet. Beispiel: Der Bruttorechnungsbetrag lautet auf 408.000 €, bei Zahlung innerhalb von 30 Tagen können 2 % Skonto in Anspruch genommen werden. Von dem Bruttorechnungsbetrag stehen 98 %, also 400.000 € zinslos zur Verfügung.

Bei der Passivposition „Sonst. Verbindlichkeiten“ handelt es sich um einen antizipativen Posten der Rechnungsabgrenzung. Das bedeutet, dass in dieser Bilanzposition alle Vorgänge gesammelt werden, die im alten Jahr Aufwand sind, der Zahlungsvorgang erfolgt jedoch erst im neuen Jahr. Beispiele:
Die Dezembermiete für die Geschäftsräume wird erst im Januar gezahlt
Die Telefonrechnung für Dezember wird erst im Januar gezahlt
Damit handelt es sich bei dieser Bilanzposition um eine Verbindlichkeit, die dem Unternehmen jedoch zinslos zur Verfügung steht und damit
zum Abzugskapital zu rechnen ist.

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